Immobilien: Koalition plant Verschärfung der Grunderwerbsteuer

 

von Hauke Hagena, Rechtsanwalt und Steuerberater

Die Wirtschaft brummt, die Steuerquellen sprudeln. Trotzdem sind die Steuersätze für die Grunderwerbsteuer gerade in den letzten Jahren deutlich angehoben worden: Den Käufern von Immobilien stellt das Finanzamt in einigen Bundesländern stolze 6,50 % „in Rechnung“.  Niedersachsen hat sich mit derzeit 5,00 % noch etwas zurückgehalten.

Fatal im unternehmerischen Alltag: Die Grunderwerbsteuer belastet nicht nur einen klassischen Kauf von einem Dritten. Auch und vor allem interne Umstrukturierungen unterfallen der Grunderwerbsteuer. Welche Sachverhalte sind davon betroffen? Das beginnt mit dem Austausch des rechtlichen Eigentümers einer Immobilie (z. B. von einer Schwester-GmbH A auf die Schwester-GmbH B), obwohl der wirtschaftliche Eigentümer unverändert bleibt (Konzern-Mutter M GmbH & Co. KG hält an beiden Schwester-GmbHs 100 %). Und es endet mit dem Verschieben bloßer Gesellschaftsanteile – innerhalb einer Unternehmensgruppe oder auch auf Dritte, indem z.B. Mitgesellschafter A ausscheidet und dafür Mitgesellschafter B eintritt.

Diese Umstrukturierungen durch gesellschaftsrechtliche Maßnahmen sind kompliziert und streitanfällig. Die Verwaltungsvorschriften, die das Handeln der Finanzämter regeln, wurden im November 2018 neu festgelegt. Dies bedeutet neue Gestaltungsmöglichkeiten, die dann vor allem rechtssicher abgefasst werden können.

Wichtig für Käufer: Die Große Koalition plant erst Mitte Februar 2019 Anhörungen zu einer Verschärfung bei Umstrukturierungen. Dieses Anliegen ist im Koalitionsvertrag verankert. Die Länderfinanzminister haben sich für eine Verschärfung ausgesprochen.

 

Deshalb unser Tipp: Setzen Sie geplante Umstrukturierungen kurzfristig um, soweit auch Grundstücke betroffen sind. Wir beraten Sie gerne.